31. Januar 2026
Sie haben Namen voller Poesie, Geschichte und Inspiration: Lady of Shalott, Rose de Alhambra, Alchymist, Princess Alexandra of Kent, Ina an Mona…
Schon immer haben mich Rosen begleitet. Manchmal fühlte ich mich geradezu verfolgt von dieser uralten Kulturpflanze: Ich bekam sie geschenkt als Schnittblumen und in Töpfen. Und in jedem Garten, den ich übernommen habe, waren sie einfach schon da.
Offen gestanden war ich lange Zeit nicht besonders begeistert von ihnen: Läuse, Blattausfall und ständig diese Stacheln.
Ich habe sogar des öfteren Rosenstöcke ausgegraben und verschenkt in dem Versuch, sie irgendwie loszuwerden. – Dabei durfte ich allerdings feststellen, daß sie gar nicht so empfindlich sind und einen bemerkenswerten Überlebenswillen haben. Denn in der Regel sind sie einfach an alter Stelle wieder nachgewachsen!
Dann kam 2025 und etwas änderte sich…
Ich glaube es waren zwei Ereignisse in 2025, die für mich entscheidend dazu beitrugen, daß sich meine Sicht auf Rosen veränderte:
In einem wunderschön angelegten Therapiegarten begegnete ich einer Englischen Rose in voller Pracht, die mich unmittelbar von ihrer herausragenden Schönheit mitsamt Duft überzeugte und außerdem voller Gesundheit war.
Und ich durfte außerdem feststellen, daß die schon vorhandenen Rosen in unserem Garten, einst von meinem Schwiegervater gepflanzt, mich absolut treu und produktiv durch das gesamte Gartenjahr begleitet haben. Bereitwillig schoben sie immer wieder neue Blüten nach und füllten so Vase um Vase und dekorierten zusätzlich auch noch den Garten.
Auf einmal wurde mir klar: Es ist an der Zeit Freundschaft zu schließen mit diesen Geschöpfen und mich ihrem Zauber hinzugeben. Nicht umsonst kultivieren wir Menschen Rosen schon seit einer kleinen Ewigkeit. Ich habe mir sagen lassen seit ca. 5000 Jahren!
Mal ist es ihr Duft, mal ihre Farben, dann wieder geht es um Hagebutten oder ihr Laub. Und sogar unser Essen können sie bereichern und uns als Medizin dienen – körperlich und seelisch.
Manche wachsen zu stattlichen Büschen, andere bleiben winzig klein und sind prima für den Balkon geeignet. Und wieder andere wachsen als Rambler hoch hinaus in Baumkronen hinein und beleben den Garten nicht zuletzt auch als Nahrungspflanze für zahlreiche Insekten und Vögel.
Auf jeden Fall ist es nun so, daß ich im Rosenfieber bin und im letzten Herbst über dreißig Rosen gepflanzt habe – zusätzlich zu den schon fest etablierten. (Sobald ich anfing, mich mit dem Thema zu beschäftigen und in die Welt der Rosen einzutauchen, hätte ich am liebsten sogar hunderte gepflanzt!)
So manche Kollegen würden darüber den Kopf schütteln. Sie sagen, daß Rosen sich für den Bio-Anbau im Freien und für den Schnitt nicht lohnen würden: Zu empfindlich, anfällig für diverse Krankheiten, nicht ausreichend lange haltbar in der Vase… Ich denke aber: Wenn die Rose uns als Menschen schon so lange begleitet, dann bestimmt nicht ohne Grund. Und vielleicht is es ja eher eine Frage der individuellen Situation: Mein Garten mit all den halbschattigen Bereichen ist nunmal ein bisschen anders als ein großes Blumenfeld in praller Sonne.
Nun bin ich sehr gespannt, wie sie sich entwickeln werden, die vielseitigen Geschöpfe, und ob es mir gelingen wird, ihre Gesundheit auf natürliche Weise zu unterstützen, ganz ohne Chemiekeule.
Gepflanzt habe ich sowohl historische Sorten, als auch aktuellere Züchtungen in verschiedenen Farben, mit einfachen und mit gefüllten Blüten. Es sind Strauchrosen, Beetrosen, Kletterrosen und Rambler – und die meisten von ihnen mit hoffentlich eher weniger Stacheln.
Jetzt heißt es warten, daß der Sommer kommt…und irgendwie habe ich ein richtig gutes Gefühl bei der Sache!
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Katja Hafemeister
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