27. Juni 2026
So lange wie ich gärtnere, habe ich mich immer fürs biologische Gärtnern begeistert: Naturnah sollte es sein, im Kontakt mit den Tieren, den Pflanzen und den Elementen. Gartenarbeit quasi als Freundschaftspflege zwischen mir und der Natur um mich herum, die mich versorgt, und die ich im Gegenzug respektvoll behandle, hege und pflege…
Dem geheimnisvollen Gartenuniversum begegnete ich stets mit Neugier und Zugewandtheit. – Da war es irgendwie selbstverständlich, daß ich eher einen Komposthaufen anlege, mulche, Brennesseljauche ansetze und allzu gefräßige Schnecken von meinen pflanzlichen Gartenfreunden absammle, als daß ich Pestizide einsetzen würde. „Mein Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter war quasi meine Garten-Bibel, und ich träumte schon als Kind mit John Seymour von Selbstversorgung aus dem Garten und vom naturnahen Schwimmteich.
Für meine Berliner Gärten, kaufte ich Stauden vorzugsweise bei Gaissmeyer und anderen bio-Gärtnereien, wenn sie zum Staudenmarkt in den dortigen Botanischen Garten kamen, und Saatgut am liebsten von Bingenheimer.
Natürlich war es mir ein Anliegen, auch unseren Bochumer Hausgarten auf ökologische Weise zu bewirtschaften. Als ich dann aber in 2018 ein paar neue Stauden, Kräuter und Gehölze pflanzen wollte, mußte ich für biozertifizierte Pflanzen entweder auf die Internet-Bestellung zurückgreifen oder mit dem Auto mindestens bis zur Bio-Gärtnerei Kräutermagie Keller fahren – ein wundervoller Ort, allerdings ganze 40 Minuten Fahrzeit entfernt!
Als ich also über die Gründung von Unicornflowers nachdachte, stieg in mir der Wunsch auf, einen Bio-Betrieb in Bochum zu gründen und dadurch Bio-Blumen in dieser Region zugänglicher machen: Topfpflanzen und insbesondere auch biologisch angebaute Schnittblumen.
Konventionellen Schnittblumen sind nämlich oft schon um die halbe Welt gereist und haben beim Anbau und später nach der Ernte zur Haltbarmachung so manche Giftmittelanwendung erfahren. Viel schöner finde ich es, wenn wir unsere Küchentische und Hochzeitstafeln mit Blumen schmücken können, die auf ganz natürliche Weise ihre Schönheit mit uns teilen.
🌸
Ich fragte mich also, ob es wohl möglich sei, einen kompletten Garten bio-zertifizieren zu lassen? Denn in dem Moment, wo ich Blumen, Pflanzen oder Gartenerzeugnisse vermarkten möchte, darf ich nicht mehr einfach so von mir behaupten, daß ich biologisch gärtnere (etwa so, wie es die private Kleingärtnerin von sich sagen dürfte), sondern ich muß mich bio-zertifizieren lassen – also per öko-Kontrollstelle nachweisen, daß ich tatsächlich ökologisch gärtnere – oder ich muß die heutzutage geschützten Worte wie „bio“ und „ökologisch“ auf meiner Website, etc. unerwähnt lassen.



Und in der Tat: Ja, es ist möglich, auch einen Kleinstbetrieb bio-zertifizieren zu lassen, und zwar auch einen gewachsenem Garten anstelle eines Blumen-Feldes.
Folglich meldete ich mich schon kurz nach der Betriebsgründung in 2025 bei der Ökokontrollstelle Ökop (DE-ÖKO-037) an und trat in den Prozess der Bio-Zertifizierung ein: In meinem Fall, ein drei Jahre dauernder Zeitraum, in dem ich lückenlos und kontinuierlich nachweisen muß, daß ich meinen Betrieb tatsächlich im Sinne der EU-Ökoverordnung führe.
Jetzt, im zweiten Jahr, darf ich immerhin schon von mir sagen: Die Blumen und Jungpflanzen, die ich verkaufe, sind zertifizierte Umstellungsware, erzeugt in einem Betrieb, der sich in der Umstellung befindet zum ökologischen Landbau. Jippee!
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